Anklagebehörde des ICTY zieht Anklagen gegen kroatische Journalisten zurück
Die Anklagebehörde nimmt Anklagen gegen drei kroatische Journalisten zurück. Diesen wurde Missachtung des Gerichts vorgeworfen.
Hintergrund der Anklagen ist Folgender: Im Jahr 1998 sagte der jetzige kroatische Präsident Mesic vor dem ICTY aus. Seine Identität wurde aufgrund von Schutzmaßnahmen geheim gehalten. In den Jahren 2000 und 2004 veröffentlichten verschiedene kroatische Zeitungen Auszüge aus den Protokollen der Aussage und legten Mesics Identität offen. Im Jahr 2005 wurden Anklagen gegen vier Journalisten, die für die Veröffentlichung verantwortlich zeichneten, wegen Missachtung des Gerichts (contempt of court) erhoben. Im Zusammenhang mit den Anklagen wurden die Schutzmaßnahmen für Mesic aufgehoben und die Protokolle vom Gerichtshof der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Nachdem es eine Strafkammer abgelehnt hatte, alle Verfahren zu verbinden, will die Anklagebehörde die Anklagen gegen drei der Journalisten, Stjepan Seselj, Marijan Krizic und Domagoj Margetic zurücknehmen. Lediglich das Verfahren gegen Jospi Jovic, das die erste Veröffentlichung im Jahr 2000 betrifft, soll fortgeführt werden.
Die Anklagen hatten zu Protesten u.a. des OSZE-Medienbeauftragten geführt, nachdem einer der Betroffenen verhaftet und an den ICTY überstellt wurde.
