Momcilo Krajisnik zu 27 Jahren Haft verurteilt
Am 27. September 2006 verurteilte eine Strafkammer des Jugoslawien-Strafgerichtshofs Momcilo Krajisnik zu 27 Jahren Haft.
Krajisnik war Präsident des Parlements der bosnischen Serben.
Er wurde u.a. wegen Ausrottung, Verfolgung und Mordes als Verbrechen gegen die Menschlichkeit schuldig gesprochen. Nach Auffassung der Strafkammer sei der Tatvorwurf des Völkermordes dagegen nicht nachweisbar. Zwar sei der objektive Tatbestand erfüllt. Nicht nachweisbar sei dagegen, dass Krajisnik mit der für die Erfüllung des Genozidtatbestandes erforderlichen Vernichtungsabsicht gehandelt haben.
Gegenstand des Verfahrens waren Verbrechen, die im Zeitraum zwischen dem 1. Juli 1991 und dem 30. Dezember 1992 in 35 Gemeinden an Bosniaken und bosnischen Kroaten verübt wurden.
Ziel der gemeinsamen kriminellen Handlung von Krajisnik und anderen bosnischen Serben, wie Radovan Karadzic, sei gewesen, die ethnische Zusammensetzung der betreffenden Gebiete zu verändern. Dazu wurde die nicht-serbische Bevölkerung vertrieben und ermordet.
