Erneut Journalist wegen „Contempt of Court“ verurteilt
Eine Strafkammer des Jugoslawien-Strafgerichtshofes verurteilte am 7.2.2007 den kroatischen Journalisten Domagoj Margetic zu einer dreimonatigen Haftstrafe sowie zu einer Geldstrafe von 10.000 EUR.
Margetic war zunächst mit drei weiteren Journalisten angeklagt worden, weil er den Namen eines geschützten Zeugen im Blaskic-Verfahren offen gelegt hat. Bei dem Zeugen handelt es sich um den jetzigen kroatischen Präsidenten Mesic. Die Anklage wurde jedoch fallen gelassen. Lediglich der Journalist Jovic, der den Namen Mesics zuerst veröffentlichte, wurde in diesem Zusammenhang zu einer Geldstrafe von 20.000 EUR verurteilt. Währen des ersten Contempt-Verfahrens gelangte Margetic an die komplette Liste aller geschützten Zeugen in Sachen Blaskic. Diese stellte er vollständig auf seine Webseite.
Der Gerichtshof bekräftigte, dass er die inhärente Zuständigkeit zur Verfolgung von „Contempt of Court“ habe. Margetic habe sich strafbar gemacht, weil er vorsätzlich gegen die Anordnung zur Geheimhaltung verstoßen und Zeugen dem Risiko einer Bedrohung ausgesetzt habe. Strafverschärfend zu berücksichtigen sei die Anzahl der Namen, die veröffentlicht wurden. Margetic habe die Idesntität einer großen Anzahl von Zeugen offengelegt. Dabei habe er nicht berücksichtigt, ob eine Gefahr für diese bestehe.
